Richmond: Erster Schritt in neue Ära

Richmond, ja, aber nicht länger John Richmond, denn der John ist weg. Die Trennung von seinem langjährigen Partner sorgte am Tag der Show bei der Milan Fashion Week für spannende Scharmützel

Auf seiner Facebook-Seite verkündet John Richmond kurz nach der Präsentation im Richmond-Café, frei übersetzt: „John Richmond und der John Richmond brand haben mit der Show von heute Morgen nichts zu tun.“ Der Grund dafür: Nach 20 Jahren haben Saverio Moschillo und John Richmond ihre Partnerschaft beendet, ließ Moschillo offiziell verkünden. Er werde als kreativer Unternehmer ab sofort die Marke Richmond leiten. Aber eben ohne John.

Noch bevor dieses Scharmützel beginnt, sitze ich im Richmond Café in der Via Melchiorre Gioia, wo die Show stattfindet. Alles hier ist schwarz und schreit Rock’n’Roll, in der Art, in der es AC/DC tun würden (gut, sympathisch altmodisch). Aus den Boxen knallt David Bowies „Scary Monsters“ und später seine Version des Alabama-Songs von den Doors („It’s time to say goodbye …“). Wir sehen viel Schwarz, viel Leder, Rock’n’Roll eben. Absolut gelungen: Blousons mit bunten Prints auf, die an die Illustrationen zu „Yellow Submarine“ von den Beatles erinnern.

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Nach einem verhalten „Rebel, Rebel“ (ebenfalls David Bowie) ist Schluss. Das letzte Lied: John Lennons „Give Peace a Chance“. Ich vermute, dass Saverio Moschillo damit kein Signal an den anderen John, an John Richmond, senden wollte. Sonst hätte er wohl kaum verkündet, dass diese Show ein erster Schritt in die Zukunft gewesen sei: „Richmonds neue Ära startet jetzt.“