Puch Waffenrad: Ein Bike für Müßiggänger

Altes Waffenrad (links) trifft auf neues Waffenrad (rechts) /// Bilder: Homolka

In diesen beschleunigten, atemlosen Zeiten lässt uns ein Fahrrad ganz entspannt Luft holen: Das legendäre Puch Waffenrad ist zurück – so schön wie damals, aber praktisch doch ganz neu

Wenn jemand wie der frühere Radrennfahrer und dreifache Weltmeister Roland Königshofer feststellt, „dass auf den ersten Blick wahrscheinlich 50 Prozent der Leute nicht merken, dass es sich um ein neues Fahrrad handelt“, dann kann man ihm glauben – oder auch nicht. Wir haben uns für „oder auch nicht“ und den Selbstversuch entschieden. Auch deshalb, weil Freund Q. ein Waffenrad besitzt, das mit seinen nachweisbaren 63 Jahren so etwas wie den Opa des aktuellen Modells darstellt. Logischerweise hat selbiger bereits ganz viel Fahrradleben genossen, und das ist ihm auch anzusehen. Aber – die Gene hat er ganz eindeutig weitergegeben. Stahlrahmen, 28-Zoll-Laufräder sowie das klassische Vorder- und Rücklicht, befeuert von einem Seitenlauf-Dynamo, sind dem Opa wie aus dem Gesicht geschnitten. Statt der Stempelbremse wirkt jetzt eine „Sturmey Archer“-Trommelbremse. Und dafür, dass der Gel-Sattel weit weniger Schmerzen bereitet als sein lederner Ahne, sind wir bei unserer Fahrt über die Feldwege außerordentlich dankbar. Was sofort auffällt: Der verchromte Lenker ist deutlich weiter nach hinten gezogen und verhindert damit jede aufkeimende Sportlichkeit. Es wird sitzen geblieben! Auf jeden Fall! Dies ist ein Fahrrad, mit dem man sich fortbewegt wie Erwin Steinhauer als „Polt“, ein Fahrrad für Müßiggänger. Wer ins Schwitzen gerät, hat den Charakter des Waffenrades missverstanden und ist folglich selbst schuld.

Next Generation. 24 Kilogramm ist es schwer, das neue Puch-Waffenrad, deutlich leichter als sein Vorgänger. Integriert wurde auch eine moderne 3-Gang-Nabenschaltung (Preis: 599 Euro). Bei der sportlicheren Version gibt’s sieben Gänge zum Schalten. Preis: 649 Euro