Burberry & Co. starten die Mode-REVOLUTION!

Elegant: Die Revolution trägt Trenchcoat Elegant: Die Revolution trägt Trenchcoat

Das lange Warten hat ein Ende: Ab sofort heißt es, sehen und kaufen! Burberry will ab September 2016 seine Kollektionen sofort in die Shops bringen (bisher dauerte das Monate). Immer mehr Designer ziehen mit

Während bei der New York Fashion Week noch die Trends für den kommenden Winter gezeigt werden, hat Burberry-CEO Christopher Bailey angekündigt, dieses langatmige Spiel nicht mehr mitzumachen. Statt der bisher vier Shows (jeweils Damen und Herren, Winter und Sommer) wird es künftig nur noch zwei gemeinsame Inszenierungen geben – die erste bereits im September 2016, die nächste im Februar 2017. Dabei werden Damen- und Herrenkollektionen gleichzeitig gezeigt. Und sie sollen auch sofort gekauft werden können – am besten gleich per Online-Bestellung direkt vom Laufsteg.

Revolutionär mit jungenhaftem Charme: Burberry-CEO Christopher Bailey /// Bild: Burberry
Revolutionär mit jungenhaftem Charme: Burberry-CEO Christopher Bailey /// Bild: Burberry

Bisher mussten wir monatelang warten, bis die präsentierten Kollektionen auch tatsächlich erhältlich waren. Christopher Bailey zu seiner Entscheidung: „Das macht eine enge Verbindung zwischen der Erfahrung, die wir bei unseren Runway Shows schaffen, und dem Zeitpunkt, ab dem man unserer Kollektionen tatsächlich habhaft werden kann, möglich.“

Dass ausgerechnet das traditionsreiche britische Unternehmen (gegründet 1856) die Mode-Revolution anzettelt, verwundert nicht. Seit Bailey im Jahr 2001 als Kreativchef zu Burberry stieß, krempelt er das Haus um. Ab 2009 verantwortete er das Design aller Linien (Brit, London, Prorsum), 2014 wurde er CEO. Seit Anfang dieses Jahres werden die Kollektionen parallel zu den Shows entwickelt. Brit, London und Prorsum fusionierten zu einem „neuen“ Burberry-Label.

Finale bei der großen Burberry-Show im Jänner 2016 /// Bild: Burberry
Finale bei der großen Burberry-Show im Jänner 2016 /// Bild: Burberry

Bevor Christopher Bailey zu Burberry wechselte, arbeitete er unter der Regie von Tom Ford als Senior Designer für Gucci in Mailand. Jetzt will auch Tom Ford, ähnlich wie Bailey, den Gap zwischen Runway und Retail schließen. Auch für ihn gilt also die Devise: sehen und kaufen. Eine Kollektion zu zeigen, Monate bevor die Stücke in den Geschäften zu haben seien, sei „eine antiquierte Idee, die längst keinen Sinn mehr ergibt“. Auch Demna Gvasalia, Kreativdirektor des aktuell extrem angesagten Labels Vetements (Rebel-Chic, den Rihanna und Kanye West lieben), will sich der üblichen Routine entziehen. Nachdem er mittlerweile auch Kreativdirektor von Balenciaga ist, scheint die große Revolution noch längst nicht zu Ende zu sein.

Zuletzt kündigten Jack McCollough und Lazaro Hernandez, die hinter dem US-Brand Proenza Schouler stehen, eine „Early Edition“ an. Acht Looks der Herbst/Winter-Show 2016 (nächste Woche in New York) werden bereits am Tag danach erhältlich sein. Hernandez: „Es ist absolut klar, dass es problematisch ist, wie das System derzeit funktioniert.“

Warum gerade jetzt diese Revolution? Weil die sozialen Medien, wie Facebook, Instagram, Twitter & Co., die Trends für jedermann praktisch in Echtzeit sichtbar machen. Und offenbar niemand mehr Lust hat, auf die neuesten Stücke Monate zu warten.