Baldessarini Ultimate: Neuer Duft mit Rätsel inside

Baldessarini Ultimate // Bild: Wolfgang Wieser Baldessarini Ultimate // Bild: Wolfgang Wieser

Mit Baldessarini Ultimate ist Star-Parfümeur Geza Schön ein Duft gelungen, der dich eine spannende Reise antreten lässt

Was geblieben ist, ist eine irritierende Süße. Wieder und wieder tauchst du dein Gesicht in das seidenweiche Stecktuch; wie ein Forscher, der ahnt, dass er der Lösung nahe ist, aber eben nur nahe, weil da etwas ist, das er noch nicht benennen kann. Erstaunlich daran ist, dass du darüber nicht die Laune verlierst, dass du geduldig bleibst und sogar lächeln kannst: über deinen Eifer, über jedes neue Die-Nase-noch-einmal-ins-Tuch-Stecken. Du weißt natürlich, dass da Patschuli ist und Labdanum – und plötzlich, plötzlich siehst du dich: jünger, viel, viel jünger mit langen Haaren und runden Brillen über Räucherstäbchen gebeugt, so sehr interessiert an der Welt, dass es weh getan hat. Es ist der Rauch, der der Süße die Schwere genommen, die Heiterkeit mit zarter Melancholie gewürzt hat.

Für Baldessarini ist Patschuli wie ein roter Faden.

„Patschuli“, hat Geza Schön Tage zuvor in Amsterdam gesagt, „ist für Baldessarini sehr wichtig, es ist so etwas wie ein roter Faden. Das ist großartig, nicht viele haben das.“ Über den Parfümeur, Jahrgang 1969, der in Jeans und Lederjacke vor dir steht, hat die FAZ vor ein paar Jahren geschrieben, er gelte als „radikal, als Purist“. Also bestens geeignet für die Entwicklung von Baldessarini Ultimate, einem neuen Eau de Toilette, das als „ein Duft wie ein Superlativ, ohne Kompromisse“ beschrieben wird. Flott formuliert, aber definitiv ein wenig übertrieben: Baldessarini Ultimate ist gefällig, reiht sich selbstbewusst in die Riege der aktuellen Neuerscheinungen ein – die Kopfnote aus Peruanischem Pfefferbaum, Mandarine und Bergamotte hast du in diesem Jahr mit Sicherheit schon in ähnlicher Form genossen.

Sehr schön ist der angenehm schwer in der Hand liegende Flakon, dessen Verschlusskappe an eine überdimensionale Aufzugskrone einer klassischen Herrenarmbanduhr erinnert. Das Keyvisual für die Kampagne zeigt, hier zitierst du aus dem Unternehmenstext, „einen Mann im Mittelpunkt seines eigenen Lebens. Sein Blick ist fokussiert, nach vorne gerichtet – dynamisch, ultimativ“.

Der Baldessarini-Slogan: Separates the men from the boys

Und es ist nicht – Charles Schumann. Die Münchener Barlegende hat viele Jahre für Baldessarini geworben, wird dieses Jahr aber 74, was für das neue „Ultimate“ (und vermutlich auch für zukünftige Auftritte) das endgültige Aus bedeuten dürfte. Dass Schumann darüber nicht amused war, hörst du auch, es überrascht dich aber nicht. Du denkst an den Baldessarini-Slogan „Separates the men from the boys“, und dann siehst du dich, mit den langen Haaren und der runden Brille und du grinst dich an, weil du den Burschen magst, der mit überkreuzten Beinen vor dir sitzt. Dabei war er so lange so weit weg von dir, vergessen fast.

Du winkst deinem jüngeren Ich adieu, gehst ganz schmerzfrei auf Distanz zu diesem halbfertigen 17-, 18-Jährigen. Nicht, weil du ihn nicht sympathisch ­findest, sondern weil du ein anderer geworden bist; ein Mann, kein Bub mehr. Und dann erkennst du noch, dass ein Parfüm, das dich so denken lässt, doch etwas Besonderes sein muss.

Und du tauchst dein Gesicht noch einmal in das Tuch.

Baldessarini Ultimate: Das Eau de Toilette (EdT) gibt es um 53,50 Euro (50 ml) bzw. 71 Euro (90 ml), außerdem vorhanden: After Shave Lotion, Shower Gel, Deodorant Stick. Ab August im Handel