Brioni: Gold-Pulli lässt Wien Kopf stehen!

Pulli mit Gold-Muster Pulli mit Gold-Muster

Gold trifft Kaschmir – da steht sogar die Wiener Stallburg Kopf. Unser absolutes Lieblingsstück aus der aktuellen Brioni-Kollektion ist ein ganz besonderer Pulli

Gerade amüsiert uns die Vorstellung, dass Brionis Creative Director Brendan Mullane mit einer Reitgerte (natürlich aus Birke, wie seit Jahrhunderten an der Spanischen Hofreitschule üblich) die jungen Männer zu ihrer präzise choreografierten Quadrille im Castello Sforzesco treibt. Ein Gedanke, der selbstverständlich blanker Unsinn ist und uns nur deshalb kommt, weil wir wissen, dass die Jubiläumskollektion, mit der Mullane Brioni nach Jahren der Absenz wieder auf den Catwalk bringt, von Spanischer Hofreitschule  und Wiener Werkstätte inspiriert ist. Besonders fasziniert uns die Tatsache, dass – wie bei Gustav Klimt – auch 24-karätiges Gold im Spiel ist. „Mittels modernen Verarbeitungstechniken“ (mehr ist Brioni nicht zu entlocken) wurde es in das Kaschmir „eingepresst“.

Wer ganz genau hinsieht, entdeckt unweigerlich eine Ansicht der Wiener Stallburg – allerdings erleben wir sie auf den Kopf gestellt (was wir wiederum schmunzelnd als feine Ironie interpretieren).

Hier in Mailand sehen wir schmale Silhouetten und selbstverständlich auschließlich exklusive Stoffe. Wir sehen Strickwaren, die immer wieder mit erwartbarer Dezenz Muster der Wiener Werkstätte zitieren, und wir finden Gefallen an den Mäntel mit Gürteln.

Die Farben? Palomino beige (schon wieder eine Reverenz ans Reiten, allerdings nicht zwingend an die Schimmel der Hofreitschule ;-)), Haselnussbraun, silbergrau, verschiedene, meist eher dunkle Blautöne und das schöne Opera Red (ein dunkler Rotton).

Lederhandschuhe, Pelz- und Seidenschals, Stiefel und Monks komplementieren die Brioni-Parade zum 70-Jahr-Jubliläum des Unternehmens.

P.S.: Unbedingt erwähnenswert – die großen Taschen, in vielen Fällen aus geschmeidigem Leder, ausgeführt mit kontrastierenden Nähten und von Hand applizierten „Gebrauchsspuren“ – als hätten sie bereits einem Herrenreiter als Sattel gedient.