Flora Miranda: VENUS-Kleid feiert die Weiblichkeit

Aus silbernem Kunstleder geschnitten: ein Kleid mit Eigenleben © Thomas Lerch

Erst überraschte sie uns mit ihren Silikon-Kreationen, jetzt staunen wir über ihr üppiges Silberkleid, ein „Kleid mit Eigenleben“

Es ist ein mächtiges Kleid. Scheint wie gemacht für eine futuristische Kaiserin. Es überrascht. Uns. Die Frau, die es trägt. Es schwingt, einmal angestoßen, in seinem ganz besonderen unbestimmten Rhythmus: „Das Kleid bekommt ein Eigenleben“, schreibt mir Flora Miranda. Es ist aus silbernem Kunstleder geschnitten, die Nähte, durch die leichte Metallstäbe laufen, betonen die Proportionen. Trotz seiner „skulpturalen Erscheinung“, wie Flora Miranda festhält, ist es extrem leicht, flexibel und „besonders praktisch zu transportieren“.

Zuletzt überraschte uns Flora Miranda mit ihren Silikon-Kreationen, bei der Vienna Fashion Week blendet sie uns mit unerwarteter Üppigkeit. Die Idee? Der Anfang? Der Ausgangspunkt? „Eine New Sexuality, ich habe mich mit der Sexualität meiner Generation beschäftigt“, erklärt Flora Miranda – und ihre Erkenntnis folgt umgehend –, „die man als oversexed und underfucked definieren kann“.

Und dann war da noch die Frage, „wie hat sich unser Körperbild durch die konstante Bombardierung mit extremen Bildern verändert?“

Ihre Antwort ist vermutlich deshalb so irritierend wie aufregend, weil sie den Körper der Frau versteckt, ihm aber gleichzeitig enorme Bedeutung verleiht: „Ich gehe an den Rand unserer Vorstellung von Eleganz und spiele mit den weiblichen Attributen.“

Als Inspiration nennt Flora Miranda den australischen Performance-Künstler Leigh Bowery (1961–1994), der in den 1980er-Jahren als wandelndes Kunstwerk London „aufmischte“. Und sie erweist mit ihrer Kreation, die den Titel „Venus“ trägt, der (nackten) Venus von Willendorf ihre Reverenz: „Die üppigen Formen des Kleides stehen im Kontrast zu dem futuristisch anmutenden Silber.“ Und sie geben unserer Phantasie Raum, ja, verführen uns gar zu gewagten Spekulationen. Wir sehen eine Kaiserin, deren Glanz auf uns fällt; eine Regentin, der wir Respekt zu zollen – eine überwältigende Frau.

Noch mehr feine Kreationen aus der Opening Show.

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